Ramses (heute Ramsi) - Tierhilfe SternenTiere

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Vermittlung > Berichte aus dem neuen Zuhause
                                                                                                                                                                                                                                     

Ramses
4.Oktober.2010

Bis vor etwa einer Viertelstunde schien die Sonne so warm, dass ich das Stubenfenster öffnete und damit Ramsi verlockte, nach draussen zu gumpen.  Tatsächlich hatte er diesen Ausgang bald erlickt, sprang auf den Fenstersims, betrachtete eine Weile den verlockenden Garten und beschloss dann, die Gelegenheit zu nutzen.  Er ging aber nicht weiter als bis zur Mitte des Gartenwegs, wo er auf den (wahrscheinlich erwärmten) Granitplatten sitzenblieb und sich umsah, zur Strasse und zur Garageneinfahrt hin.  Ich „knorzte“ auf den Fenstersims und beoachtete Ramsi bei seinen weiteren Taten. Die ereigneten sich aber nicht, mein Katerchen blieb ruhig sitzen, nur die Schwanzspitze zuckte unentschlossen.  Soll ich mich nun weiter ins Abenteuer wagen oder lieber sitzenbleiben?

                   

Undereinisch lief der rote Kater – vielleicht ist’s auch eine Katze ? eines Nachbarn über die Strasse vor dem Haus und verschwand in meinem Garten.  Ramsi reagierte, indem er sich hinlegte und eine vorsichtige Lauerstellung einnahm, aber ohne aggressiv zu wirken; der/die Andere war ja auch um Einiges grösser als er!  Sobald die Gefahr vorbei war, setzte sich Ramsi wieder friedlich hin. Ich verliess – nach 20 Minuten – meinen Beobachter-posten, um ein Mail zu verschicken. Als ich später nochmals einen Blick zum Fenster hinaus warf, sah ich, wie Ramsi sich gähnend auf den Rücken wälzte und seinen Bauch von der Sonne bescheinen liess.  Ich deblockierte das Katzentürchen - bis jetzt hat Ramsi den Weg zurück in die Wohnung noch jedesmal gefunden.  Tatsächlich taucht er nach einiger Zeit wieder auf, hat also auch diesen Weg problemlos gefunden. Inzwischen vollführt das Barometer Riesensprünge in Richtung „Veränderlich“; wir werden also gelegentlich Regen bekommen. Bis dahin soll Ramsi das Leben im Freien geniessen können, Katzen-Aids hin oder her…


2.Oktober.10

Allmählich lässt sich Ramsi doch dazu herab, meine Futtermischung zu versuchen. Zögernd schnuppert er zuerst ein wenig dran herum und isst dann einige Maulvoll, wenn auch nicht gerade mit Begeisterung. Dann verlässt er die Küche wieder, kommt aber bald darauf zurück und setzt sich nachdenklich neben sein Schälchen:  Soll ich’s wohl nochmals probieren? Schliesslich gewinnt der Hunger die Oberhand, und er verzehrt eine weitere Portion – beileibe nicht alles, das wäre ja ein Eingeständnis, dass er das Futter gern hat.

Heute Abend – ich sitze am Computer – gumpt Ramsi zum ersten Mal zu mir herauf auf den PC-Tisch und dann auf meinen Schoss, schnurrend und schmusend.  Ein kleines Wunder! Während ich schreibe, liegt er immer noch da, scheint meine Oberschenkel als Schlafplatz auserwählt zu haben. Was soll ich jetzt tun?  Mache ich Anstalten aufzustehen, so wird er in Panik davonrennen, das neu entstandene Vertrauensverhältnis könnte gefährdet werden…  Als hätte er meine Gedanken erraten, springt Ramsi plötzlich zu Boden und erlöst mich rücksichsvoll aus meinem Dilemma. Ich kann also die Arbeit in Frieden beenden und dann zu Bett gehen.

PS: Trotz Leinöl im Futter immer noch kein Würstchen in der Katzentoilette.


28.September.10

Ich möchte nochmals die Mischung Nassfutter aus der Büchse („Gourmet Mousse“) und dem vegetarischen Nassfutter ausprobieren. Als Ramsi hört, dass ich mit seinen Futterschälchen hantiere, spaziert er in die Küche und wartet geduldig, bis ich ihm das Schälchen hinstelle. Er schnuppert zweimal daran und wendet sich dann verächtlich ab, um mir enttäuscht den Rücken zu kehren. Auch ich bin enttäuscht, dass Ramsi sich nicht zum Vegetarismus bekehren lässt.

27.September.10

Es gibt kaum Neues zu berichten über Ramsi. Heute liess er sich kaum einmal blicken, ausser über Mittag, als ich vom Einkaufen nach Hause kam.  Da lag er lang ausgestreckt auf meinem Schreibtisch, auf Papieren und was sonst noch so herumlag. Seither hat er sich wieder unsichtbar gemacht. Immerhin hat er gestern Sonntag ein kleines und ein längeres „Würstchen“ im Kastenkistli hinterlassen. Aber heute hat er das Futter, das ich ihm morgens zurechtgemacht habe, nicht angerührt.


24.September.10

Ich sitze am Computer, Samsi hinter mir auf dem Fenstersims. Er schaut interessiert den Regentropfen zu, die glitzernd von den Blättern der Sträucher fallen.  Als ich den Arm der Schreibtischlampe zur Seite schiebe, saust er davon, als hätte ich ihn bedroht. Er muss in seinem früheren Leben schlechte Erfahrungen gemacht haben mit abrupten Bewegungen von Menschen, die ihm nicht unbedingt wohlwollten. Jetzt ist er schon wieder verschwun-den, lautlos, als wollte er mich auf keinen Fall stören. Er reagiert ganz anders als Bimbi und Samsi, die keine Skrupel hatten, auf den Schreib- oder Computertisch zu gumpen, wenn ich dort sass, und jeweils versuchten, mich vom Arbeiten abzuhalten. Ramsi ist viel zurückhaltender, und ich muss mich langsam an seine distanzierte Freundschaft gewöhnen: kein gemeinsames Frühstücksritual auf dem Küchentisch, kein Kuscheln, wenn ich auf dem Sofa sitze…  Nur ins Bett kommt Ramsi gerne, steht zuerst kratzend und schnurrend neben mir und legt sich dann ermüdet hin, manchmal bis zum Morgen, ohne mich je zu stören.

Am späteren Nachmittag traue ich meinen Augen kaum, als ich mich vom Computer gegen den Schreibtisch hinter mir umdrehe und Ramsi auf meinem Manuskript liegen sehe.  Aber der Augenblick des Zutrauens dauert nur kurz: Ungeschickterweise klopfe ich mit dem Kuli auf die Schreibtischplatte, und das genügt, um meinen Freund zu vertreiben.  Immerhin legt er sich dann auf den Teppich unter dem Computer, aber sowie meine Füsse in seine Nähe kommen, flüchtet er schon wieder. Ich werde wohl viel Geduld brauchen, um Ramsis Vertrauen aufzubauen und ihm zu beweisen, dass ich wirklich ein völlig ungefährliches Wesen bin.


23.September.10

Momentan gibt es nicht viel Neues über Ramsi zu berichten. Er schläft viel, stolziert hoheitsvoll durch alle Räumlichkeiten der Wohnung und scheint keine besondere Lust zu haben, nochmals in den Garten zu entschwinden. Er beklagt sich jedenfalls nie, wie es seinerzeit Bimbi getan hat, der bei seiner früheren Besitzerin jeweils stundenlang laut miauend vor dem Balkonfenster sass. Ich habe überhaupt noch nie gehört, dass Ramsi einen Laut von sich gab, ausser einem lauten Schnurren, wenn er mit mir schmust.

Sorgen macht mir die Tatsache, dass er in den zehn Tagen, da er bei mir ist, erst ein einziges „Würtschen“ sowie ein winziges, hartes Kügelchen in der Katzentoilette hinterlassen hat.  Auch trinkt er keinen Tropfen Wasser, weder aus seinem Schälchen noch sonstwo in der Küche (wie es Bimbi und Samsi immer getan haben). Auf Anfrage in der Tierarztpraxis wurde mir zuerst empfohlen, etwas Milch ins Futter zu geben, was abführend wirken sollte. Ich versuchte es, und Ramsi scheint das sehr zu geniessen, schleckt jedenfalls sein Schälchen immer sauber aus.  Aber zu einem Würstchen hat er es bisher trotzdem nicht gebracht. Jetzt sollte ich beim Tierarzt das Medikament „Laxatone“ holen, um es unter Ramsis Futter zu mischen. Ich bin nicht gerade begeistert davon, weiss mir aber im Moment nicht anders zu helfen.

19.September.10

Heute Sonntag habe ich mir mittags Kartoffeln und Spinat gekocht. Um die Küchengerüche zu vertreiben, öffnete ich das Fenster, wobei ich mich zuvor versicherte, dass Ramsi nicht „um e Wäg“ war. Als ich am Herd hantierte und dabei dem Fenster den Rücken zukehrte, schien es mir, rechts einen Schatten zu sehen.  Ich kehrte mich um – und sah Ramsi bereits auf dem äusseren Fenstersims interessiert in den Garten blicken. Darauf reagierte ich etwas zu nervös, was ihn veranlasste, sofort nach draussen zu gumpen, zwei Meter hoch in den Garten hinunter. Das hätten Bimbi und Samsi, meine früheren Kater, nie gewagt, obwohl sie auch oft auf diesem Sims sassen.  Ramsi verschwand in den Tiefen des Gartens, und ich konnte nichts anderes tun, als die hintere Kellertür offen zu lassen.  Nach etwa einer Stunde lag Ramsi, als wäre nichts gewesen, auf meinem Bett, diesmal sogar auf dem Frottéetuch. Er hatte also den Weg zurück ins sichere Heim ohne weiteres gefunden, dies, nachdem er erst vor einer Woche ins Haus eingezogen war.  Ich atmete auf und musste einmal mehr feststellen, wie intelligent doch Katzen sind.

18.September.10

Ramsi hat nun schon ziemlich grosses Vertrauen zu mir gewonnen. Er kommt regelmässig zu mir ins Bett und schläft neben dem Kopfkissen. Leider hat er die Angewohnheit, vor lauter Zuneigung mit seinen scharfen Krallen aus dem teuren dunkelroten Frottée-Leintuch Fäden herauszukratzen. Ferner hinterlässt er ganze Büschel weisser Haare, so dass ich mein Bett täglich mit dem Fusselroller oder mit dem Staubsauger bearbeiten muss. So habe ich abends an der Stelle, wo Ramsi sich hinzulegen pflegt, ein (weiches) Handtuch ausgebreitet, das ich – so hoffte ich – am Morgen nur noch auszuschütteln bräuchte. Aber da hatte ich falsch kalkuliert. Als wir zu Bett gingen, verschmähte Ramsi das Handtuch als Unterlage und legte sich elegant daneben, das heisst oberhalb meines Kopfkissens.  Eigensinn, dein Name ist Katze…

17.September.10

Ich möchte Ramsi daran gewöhnen, Trockenfutter zu essen statt des Mousse-Fleischs aus den kleinen Büchsen, die ich von der früheren Besitzerin erhalten habe.  Ich mischte also etwas Büchsenfleisch unter das Trockenfutter. Er war sofort zur Stelle, als er merkte, dass ich in seinem „Esszimmer“ (in einer Küchenecke) sein Futter parat machte. Nachher kontrollierte ich das Futterschälchen: Die Bröcklein des Trockenfutters lagen alle fein säuberlich abgeschleckt im Schälchen, von der Mousse keine Spur mehr…  Fazit: Katzenschläue übertrifft menschliche List.

16.September.10

Gestern Abend gumpte Ramsi zum ersten Mal auf mein Bett, als ich schon drin lag. Er blieb aber nicht lange, schien mir als Bettgenossin nicht so recht zu trauen.

Heute war ich den ganzen Vormittag und auch einen Teil des Nachmittags weg, sah aber keinen Ramsi, als ich heimkam. Schliesslich entdeckte ich ihn wieder hoch oben auf dem Ordnergestell, wo er ganz gelassen dalag, als wollte er sagen: Ich habe dich überhaupt nicht vermisst, mein Haus gefällt mir ganz gut ohne dich.  Wer, glaubt er wohl, füllt ihm regelmässig sein Futterschälchen und putzt das Kistchen? Aber Katzen sind eben Egoisten.

Abends gumpt er tatsächlich wieder auf mein Bett und bleibt in der Nähe meines Kopfs liegen,  ohne mich weiter zu stören. Wir schlafen friedlich nebeneinander;  am nächsten Morgen ist er nicht mehr da.

15.September.10

Von Zeit zu Zeit taucht Ramsi auf meinen Ordnern auf, die in der Büroecke zuoberst -  etwa zwei Meter über dem Boden - auf einem Gestell stehen und blickt triumphierend auf mich herab. Manchmal landet er mit einem vorsichtigen Satz auf einem niedrigen Tischchen neben dem Gestell, um zu mir zu kommen und sich ausgiebig streicheln zu lassen. Dann verschwindet er wieder in einem Gott weiss wo versteckten Winkel meiner Wohnung.

13.September.10

Fast den ganzen Tag kein Lebenszeichen von Ramsi, erst am Nachmittag erhielt ich unerwartet Besuch von ihm, als ich am Computer sass und schrieb.  Er zeigte sich während einiger Minuten ganz verschmust, ruhte sich dann ein wenig auf dem Kanapee aus und verschwand darauf wieder. Ich glaube, er ist nicht unglücklich in meinem Haus, wo er nach Lust und Laune herumspazieren, auf Möbel klettern oder verborgene Winkel aufsuchen kann.

12.September.10

Heute ist Ramsi bei mir eingezogen. Er inspizierte sogleich die ganze Wohnung und verschwand dann an einem unauffindbaren Ort. Erst als ich abends schlafen gehen wollte, lag Ramsi wohlig auf mein Deckbett gekuschelt,  flüchtete aber bei meinem Kommen unters Bett, und ich hörte die ganze Nacht nichts mehr von ihm. Am nächsten Morgen stellte ich seine Anwesenheit nur deshalb fest, weil das Futterschälchen leergegessen und das Katzenkistchen offensichtlich gebraucht worden war. Kluges Tier, hat alles ganz allein, ohne meine Hilfe, gefunden. Er ist aber sehr scheu, flüchtet beim geringsten Anlass und versteckt sich dann lange irgendwo in der Wohnung.
                                                                                                                                                                                                                                     
 
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