Kastrationen

2019

Wir kastrieren continuierlich in fünf Gemeinden in Rumänien. Die letzte Gemeinde, die im Herbst 2018 dazu gekommen ist, ist Targu Bujor im Kreis Galati. Mit dieser Gemeinde haben wir seit Dezember 2018 auch einen Vertrag, dass die Hunde nicht getötet werden dürfen, solange wir kastrieren. Leider lief alles sehr schleppend, vor allem weil sich die Gemeinde selbst überhaupt nicht dafür engagiert hat. Also mussten wir uns was überlegen (nebst dem, dass wir bei dem Bürgermeister mehrmals vorständig wurden). 

Wir weiteten unsere Kampagne aus und liessen die Bevölkerung wissen, dass jeder der einen Hund bringt, auch kostenlos eine Katze kastrieren lassen darf. Dies hatte zur Folge, dass Katzenbesitzer ihre Nachbarn fragten ob sie ihren Hund zum kastrieren bringen dürfen, damit ihr Büsi auch kastriert werden kann. 

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Die Hunde im Shelter von Targu Bujor wurden in den ersten Monaten des Jahres nach und nach kastriert. Dafür wurde ein kleines Zimmer neben dem Shelter als OP Saal umfunktioniert. Leider bleib auch in diesem Bereich der Einsatz der Gemeinde trotz wiederholten Anforderungen und unterschriebenem Vertrag minimal. Für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Hunde in dem verdreckten Shelter sorgte einzig die lokale Tierschützerin Pinica Szabo. Zusammen mit zwei Freundinnen putzte sie die Zwinger und sorgte dafür, dass medizinische Notfälle versorgt wurden. Mit Herz und Seele Tierschützerin, kümmerte sie sich so gut wie sie konnte um die traumatisierten Hunde im Shelter aber auch um die Strassenhunde und Katzen von Targu Bujor. 

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Eine weitere Enttäuschung seitens der Gemeinde kam im Sommer, als der Vertrag nicht nur ignoriert, sondern gebrochen wurde. Der Bürgermeister heuerte eine Firma an um die Strassenhunde zu fangen und "in einem Shelter zu beherbergen", eine andere Formulierung fürs Töten. Trotz erbittertem Widerstand von Pinica Szabo wurden ca 20 Hunde eingefangen und weggebracht, einige Wenige davon konnte sie noch rechtzeitig retten. Spätestens jetzt wussten wir, dass der Vertrag nichts für die Gemeinde bedeutet und wir haben unsere Bemühungen intensiviert immer mehr Hunde aus dem Shelter herauszuholen und zu uns nach Galati zu bringen, bevor auch ihnen eine grössere Katastrophe drohte.

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Hingegen laufen die Kastrationen in den Gemeinden Schela, Slobozia Conachi und Cuza Voda, wo die Bezirkstierärztin dr Ritta Florea kastriert, hervorragend. Nach anfänglichem Skepsis, haben sich die Menschen mit dem Gedanke ihre Haustiere zu kastrieren angefreundet. Das einzige Wermutstropfen ist die Kettenhaltung, die leider auf dem Land in Rumänien sehr weit verbreitet ist. Dr Ritta Florea spricht sie gegenüber den Besitzern immer wieder an. 

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Kastrationen und Impfungen hat auch ein Tierschützer in einem Dorf in der Nähe von Targu Bujor dringend gebraucht. Er hält auf einer Farm viele gerettete Tiere. Hunde, Katzen, Pferde und Esel. Das Geld reicht natürlich nicht für alles, darum sind wir auch hier finanziell eingesprungen. 

Auch bei einem alten Ehepaar, die die letzten Einwohner eines Dorfes im Kreis Galati sind, haben wir geholfen. Sie versorgen ca 25 Hunde. Sie haben kein Geld und leben in sehr ärmlichen Verhältnissen, darum haben wir versprochen alle Hunde zu kastrieren und mit Futter zu helfen. Corina von Help Labus hat die Tiere zur Tierärztin Dr. Livia Petre nach Galati gefahren, welche sie gleich kastriert und gegen Parasiten behandelt hat. Alle wurden mit unserer SternenTiere Ohrmarke markiert und konnten am Abend wieder zurückgebracht werden. 

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Dr Livia Petre kastriert in der Stadt Galati, unsere Zusammenarbeit dauert seit bereits 3 Jahren. Wir kastrieren weiter Besitzer- Quartier- und Strassenhunde, es ist der einzige Weg den Kreislauf zu durchbrechen. 

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Jedes Jahr mehr. Was in anderen Lebensbereichen sicher unangebracht ist, ist im Bereich Kastrationen genau richtig. Mehr Hunde und mehr Katzen die jedes Jahr unfruchtbar gemacht werden, um unserem Ziel, weniger leidende Tiere auf der Strasse, näher zu kommen. Viele Dank, dass sie uns dabei helfen!