18.-22. MAI 2026
Eine spannende Woche mit Hochs und Tiefs stand Cornelia bevor. Ana und Ion wieder zu treffen, aber auch unsere Hunde und Katzen…die Reisen nach Rumänien sind immer ein Highlight in unserem Kalenderjahr.
Streichelnde Hände werden im Tierheim immer gebraucht sowie Fotos, Videos für unsere Paten, aber auch wichtige Gespräche mit unseren treuen und einzigartigen Menschen und Freunden vor Ort.
Das alles muss Cornelia dieses Mal alleine leisten, weil Nadine leider nicht dabei sein konnte. Der Gesundheitszustand ihres alten Hundeopi Asco zulässt nicht zu, dass sie wegfahrt. Im Herzen ist sie aber immer dabei und durch Videos, Fotos und Telefongespräche laufend informiert.
Wichtige, grosse und dringende Renovationsarbeiten stehen an. Unser Tierheim müsste in vielen Teilen erneuert werden, vor allem die Abschnitte, die wir 2018 und 2020 gebaut haben, brauchen dringend substantielle Reparaturarbeiten.
Diesbezüglich ist der Austausch mit Ana und Ion, die täglich für unsere Hunde und Katzen sorgen, sehr wichtig.



Schon am ersten Tag, als Cornelia vor ihrem Hotel neben der Landstrasse nach Galati auf Anas Abholung gewartet hat, sichtete sie einen freilaufenden Hund, der knapp entkommen ist, von einem Lastwagen überfahren zu werden. Eingefangen mit vereinten Kräften, wurde er in Anas Auto mitgenommen und im Shelter mit dem Chipleser kontrolliert.
Laut Melderegister hiess er Mustea und hatte eine Besitzerin im gleichen Dorf, die Ana über Bekannte kontaktiert hat und telefonisch ermahnt hat, den Hund unbedingt kastrieren zu lassen, sonst müsste sie mit einer Polizeianzeige rechnen.
Mustea hat den Tag im Shelter auf einem bequemen Stuhl genossen und wurde von Ana am Abend nach Hause gefahren.

Putzen und füttern im Katzenzimmer gehört zu den Aufgaben, die wir bei jedem Besuch sehr gerne übernehmen. Schmusen konnte Cornelia dieses Mal nur mit der Hälfte der «Katzenschaft», nämlich mit der genesenen Shaylin, mit dem blinden Bady und mit der alten Suki, von der verstorbenen Frau Sanda.




Die anderen drei Katzen, alle gleich schwarz und immer im Hintergrund, sind leider scheu.
Das schöne Sommerwetter machte Cornelias Besuch im Sanctuary am nächsten Tag zu einem kurzen Ausflug ins Grüne, vorbei an Corinas Refugium für grosse Nutztiere und an den Ziegen, die zwischen den grosszügigen Gehegen im Sanctuary grasen. Unsere unvermittelbaren Hunde leben gerne in der Abgeschiedenheit und verstecken sich gerne, wenn jemand kommt. Ion kennen sie, aber auch ihm trauen sie nicht über den Weg und blieben lieber auf Distanz, so wie hier Kiwi, obwohl Ion immer Futter dabeihat. Acht ängstliche Hunde leben hier in vier Gruppen, Ion betreut sie täglich und trotz Versteck begutachtet er sie sehr gewissenhaft, ob sie gesund sind.




Zwei vor ihnen haben vor Jahren einen Tunnel unter dem Zaun gegraben und mehreren Umbauten zum Trotz, führen sie weiter ein halbwildes Leben und sind tagsüber lieber auf der Naturstrasse zum Shelter als in ihrem Gehege.
Sorana hingegen hatte sich gerade einen Platz unter den wilden Rosen ausgesucht
Ein Treffen mit der Tierärztin Ritta Lauren Florea war ein weiterer Höhepunkt von Cornelias Besuch. Ritta kastriert regelmässig in unserem Auftrag seit sieben Jahren in mehreren Gemeinden im Kreis Galati. Sie ist eine Landtierärztin und in ihrem Alltag arbeitet sie im Auftrag der Gemeinden. Sie impft und testet Nutztiere auf verschiedene Seuchen, behandelt kranke gross Grosstiere, etc.
Angefragt vor neun Jahren, ob sie Hunde und Katzen für uns kastrieren kann, war ihre ehrliche Antwort entwaffnend. Sie hätte diese Operation in der Uni nicht auf dem Lehrplan gehabt (das, in einem Land mit Hunderttausenden Strassenhunden und -Katzen!), würde sie aber lernen.
Mittlerweile hat sie mit uns 3000 Hunde und Katzen kastriert und wenn wir in Galati sind, gehört ein Treffen mit ihr zur Tradition.
Im Gespräch erzählt sie, wieviel sie als Tierärztin in diesen neun Jahren von diesen Kastrationen profitiert hat. Sie hat neue Kunden gewonnen, neue Operationstechniken gelernt, ihre Tierarztpraxis erweitert.
Verärgert, dass sich die Gemeinden nicht in der Problematik der Strassentiere engagieren und die Verantwortung auf ausländische Tierschutzorganisationen schieben, hat sie nun die Bürgermeister überzeugen können, sich an den Kosten zu beteiligen.
Auch die Besitzer, die die nötigen finanziellen Mittel haben, beteiligen sie sich an der Kastration, seitdem die Kosten explodiert sind. Wir bezahlen weiterhin für die laufenden Kampagnen Pro Hund 30 Euro und pro Katze 20 Euro.
Danke für deine Arbeit, liebe Ritta, bis zum nächsten Mal!



Die letzten zwei Tage des Besuchs im Shelter waren von einem sehr schwierigen Fall überschattet.
Eine Freundin von Ana sichtete vom Auto aus, unter den vielen Schafen eines Schäfers, eine Hündin mit einer immensen vaginalen Ausstülpung. Mihaela suchte sofort das Gespräch mit dem Schafhirten. Er gab zu, dass die Hündin bereits seit zwei Monaten in diesem Zustand sei! Eigentlich wartete er nur darauf, dass sie stirbt. Zum Glück hat er sie uns ohne grosse Diskussion überlassen. Ausgemergelt und schwach, liessen wir sie sofort in die Klinik bringen.
Die Hündin wurde am gleichen Tag operiert und zwei Tage später erneut. Leider wurden beide Operationen fehlerhaft ausgeführt und der Gesundheitszustand der Hündin, genannt Anda von ihrer Patin, verschlechterte sich zusehends.
Als Andas Operation Eiter aussonderte und die Tierärztin immer ratloser wurde, befürchteten wir, dass die arme Hündin wohl eingeschläfert werden müsste.


Aber Anda wollte leben und auch wir wollten sie nicht aufgeben. Ana hat sie notfallmässig zu einem neuen Tierarzt gebracht, der eine Blutvergiftung diagnostiziert hat und Anda bekam sofort eine Bluttransfusion und sie wurde in der gleichen Nacht, von 22h-01h zum dritten Mal operiert hat. Er gab ihr nach der OP nur 10% Überlebenschancen.
Anda brauchte ein Wunder. Die Tierschützer rund um Ana und Ion haben mobilisiert und sind täglich, abwechselnd, zu Anda in die Klinik mit gekochtem Essen gefahren, um ihr Mut zuzusprechen. Und Tag für Tag steigen ihre Chancen zum Überleben. Daumen drücken für Anda!
Das Foto zeigt Anda am nächsten Tag nach der dritten Operation.

Mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck und vielen Fotos unserer Lieblinge auf dem Telefon gespeichert, trat Cornelia die Rückreise an, wie immer gefühlt viel zu früh und wie immer mit der Versprechung, so bald wie möglich wieder nach Rumänien zu reisen.






Ein grosser Dank von Herzen an alle, die uns aus den fernen Schweiz und Deutschland unterstützen und ein grosser Dank an Ana und Ion für ihre wertvolle, liebevolle und verantwortungsvolle Arbeit!
